meistens wenn ich ein paar tage frei habe greife ich zur analogen kamera. so auch über die vergangenen feiertage.
wir waren zu besuch bei meinem vater im engadin und da gerade frischer schnee gefallen war, habe ich die gelegenheit ergriffen und mit meiner schwedin ein paar filme in der eisigen kälte belichtet. einige vorteile hat eine vollmechanische kamera in der kälte schon, denn bei einigen punkten dieses beitrags konnte ich mir ein lächeln nicht verkneifen. : )
nun aber zur sache: heute geht es um dieses bild. und zwar ab dem zeitpunkt, wo das negativ gesichtet und für “ausreichend” für die weiterverarbeitung befunden wurde.
noch ein paar technische eckpunkte: hasselblad 500c, zeiss sonnar 250mm f/5.6, ilford delta 100 (auf 100 asa belichtet), scan vom abzug.
vor 10 tagen war ich bei meinem freund thomas in der dunkelkammer und da haben wir unter anderen dieses bild ausbelichtet.
als erstes muss das negativ in die maske eingespannt und entstaubt werden.
die drei bäder: 1. entwickeln, 2. stoppen, 3. fixieren
zu beginn haben wir auf ein paar teststreifen geeignete belichtungszeiten für das bild eruiert.
vor einer woche war ich über mittag mit der kleinen anouk und ihrer mutter im studio.
wer die bilder grösser sehen möchte klickt darauf.
das spezielle an einem shooting mit kleinkindern ist, dass man das setting nicht auf den zentimeter genau planen soll. es ist von der ausleuchtung her eine gewisse flexibilität erforderlich. hier sind grosse reflektoren und lichtformer für das hauptlicht von vorteil. den hintergrund habe ich symmetrisch mit zwei striplights ausgeleuchtet.
hier noch eine skizze:
auch bei der wahl des objektivs habe ich mich für das 24-70mm f/2.8 entschieden, um in den spontanen situationen schnell genug reagieren zu können.
wenn der zeitpunkt des shootings an den rhythmus des babys angepasst werden kann, wirkt sich das ebenfalls positiv auf die bilder aus. der gesichtsausdruck auf dem ersten bild ist nur einmal witzig.
heute möchte ich euch ohne lange worte auf die wirklich faszinierende arbeit von michael schlegel hinweisen. gerade für die kalte jahreszeit sind seine bilder wunderbar passend.
das impossible-project muss sich wohl einen neuen namen suchen, denn zum einjährigen jubiläum sind in der holländischen polaroidproduktionsstätte die maschienen wieder in betrieb genommen worden.
vorerst wird nur schwarzweissmaterial produziert. im lauf des nächsten jahres werden dann noch die farbkassetten folgen.
hier noch der beweis dieses historischen augenblicks:
polaroidbilder machen richtig spass und sind einfach einzigartig!
venedig hat seit beginn an künstler in ihren bann gezogen. da die lagunenstadt auch weit oben auf meiner “reiseliste” steht, habe ich schon länger mein augenmerk auf impressionen aller art gerichtet.
ein kunstgenuss der besonderen art war der besuch der sonderausstellung venedig in der fondation beyeler.
mein persönliches highlight waren die radierungen von james mcneill whistler. die teilweise eher düsteren darstellungen zeigen in ihrer ausarbeitung eine betrachtungsweise, die meinen idealen von wahrnehmung und darstellung in der monochromen fine art fotografie sehr nahe kommen.
im lauf des vergangenen jahres sind mir natürlich auch einige fotografen aufgefallen, die venedig bereist haben. auf zwei von ihnen möchte ich heute euer augenmerk lenken.
den anfang macht der in frankreich lebende engländer jonathan chritchley.
vergangenen mittwoch haben thomas und ich einen gemütlichen foto-bummel mit unseren “hassis” über die basler herbstmesse unternommen.
die ursprüngliche idee gezielt mit unschärfe zu arbeiten habe ich mangels passendem licht und zu gunsten dieses konzeptes wieder verworfen.
faszinierend an der basler herbstmesse finde ich die gegensätze. einerseits sind immmer die neusten und immer extremeren bahnen mit von der partie. andrerseits lässt sich zum beispiel auf dem petersplatz die 539 jahre andauernde tradition noch gut miterleben.
die bilder sind nicht bahnbrechend neu oder super kreativ, aber als bild des monats doch charakteristisch für die jahreszeit und somit ausreichend. entstanden sind sie für das monatsthema im hassi-forum.
die technischen daten: hasselblad 500c, fujichrome velvia 100, zeiss planar 80mm f/2.8 (oberes bild), zeiss distagon 50mm f/4 (unteres bild), scan ab film. beide bilder sind ziemlich offenblendig und mit zeiten im bereich von 1/1 bis 1/30 sek. aufgenommen worden.
wie im beitrag über die kohärenz von helligkeit und bildwichtigen elementen ausgeführt, möchte ich euch heute ein paar beispiele einer wunderschönen taufe zeigen.
aus rücksicht auf die privatsphäre gibt es diesmal keine grösseren bilder zu sehen.
es ist lange her, dass ich euch an dieser stelle auf arbeiten eines anderen fotografen hingewiesen habe. die gekonnt umgesetzten arbeiten von arkadius zagrabski sind eindeutig dem monochrome fine art genre der landschaftsfotografie zuzuordnen.
da seine homepagezur zeit ofline ist, müsst wieder online ist, könnt ihr mit der flickr-diashow vorlieb nehmen beginnen.
die kohärenz von helligkeit und bildwichtigen elementen kristallisiert sich je länger je klarer als grundlegendes gestaltungsmittel meiner freien arbeiten aus. es ist gerade bei monochromen bildern eine möglichkeit das auge des betrachters auf subtile weise gezielt zu lenken.
da bei reportagen (mit gestalterischem spielraum!) nicht wie im studio die möglichkeit besteht das licht absolut zu kontrollieren, bekommt die nachträgliche ausarbeitung eine besonders wichtige rolle.
die idee, dass verschiedene bildbereiche unterschiedliche gradiationen aufweisen ist nicht neu. ursprünglich kommt diese art der ausbelichtung aus der landschaftsfotografie. perfektioniert wurde dieser gedanke dann von ansel adams.
einer der diese techniken auch im bereich der portrait- und reportagefotografie einsetzt ist der australier marcus bell. hier ein kurzer clip mit einblick in die arbeit von marcus.
mit der zeit hat sich somit auch die ausarbeitung meiner bilder verändert und weiterentwickelt. wo früher die vignettierung in verschiedenen stärken zum einsatz kam kommen heute verschiedene gradiationseinstellebenen mit radialen und linearen verläufen, die dann noch punktuell ergänzt werden zum einsatz. manchmal werden die ebenenmasken sogar gleich von hand angelegt.
zwei punkte möchte ich noch hervorheben:
ich vertrete nach wie vor die meinung, dass ein bild im kopf entsteht und nicht in der kamera. die daten die aus der kamera kommen müssen in der ausarbeitung noch an das “gesehene bild” angeglichen werden. ich halte nichts davon irgendein bild in ein bearbeitungsprogramm zu laden und vordefinierte aktionen darauf anzuwenden oder einfach mal an den reglern zu drehen.
gute schwarzweissbilder können nur aus farblich korrekten grundlagen konvertiert werden. deshalb ist der raw-converter für mich ein wichtiges, wenn auch ein zeitintensives tool.
um noch ein wenig fleisch an den knochen zu geben hier ein beispiel von einer kürzlich miterlebten taufe. vielleicht darf ich euch später noch mehr bilder dieses anlasses zeigen.
nein, es ist nicht der täufling. es sind einfach drei sympatische gäste.
nachdem in letzter zeit in diesem blog eher schwarzweiss überhand hatte geht es heute wieder bunt zu und her.
am vergangenen wochenende haben die jungs von feedback am bandcontest rocktober teilgenommen. gewonnen haben sie leider nicht, ein wenig trost hingegen sind diese bilder.
ein grosses lob muss ich den jungs aussprechen, die das licht installiert haben! ich konnte den ganzen event available light aufnehmen.
ich werde bald mal noch ein photoshoptutorial über das verschwinden von störenden mikrofonen schreiben. wer jetzt an den guten alten kopierstempel denkt, liegt falsch!
bei den beiden hochformatbildern habe ich aus ästhetischen gründen in die trickkiste von photoshop gegriffen.
wer die bilder grösser sehen möchte klickt darauf.
"photographieren, das ist eine art zu schreien, sich zu befreien... es ist eine art zu leben." um es mit den worten von henri cartier-bresson zu sagen.
in diesem blog sollen bilder im zentrum stehen. gute bilder und wie man zu solchen kommt. denn nur gute bilder können schreien und befreien, beziehungsweise den betrachter zum schreien auffordern oder befreiend wirken.